Von Julia Jantke 
Trotz EU-Mitgliedschaft kämpft Rumänien besonders in ländlichen Regionen noch immer mit großer Armut. Dringend benötigte Ausrüstungen, wie medizinische Geräte und Baumaterial, sind Mangelware.

Der Verein „Europas Kinder“ unterstützt Siebenbürgener Einwohner mit Hilfstransporten und beim Aufbau und Betrieb sozialer Einrichtungen. Michael Krätzig, stellvertretender Chef des Vereins, ist Hauptorganisator für zahlreiche Aktionen und fasst regelmäßig selbst mit an: „Wir haben in Dacia/Siebenbürgen ein Begegnungshaus eingerichtet, von wo aus freiwillige Helfer die Kinder und Erwachsenen des Dorfes unterstützen und betreuen. Außerdem werden Nachhilfestunden gegeben, beispielsweise in Deutsch.“

Die sozialen Unterschiede sind ein großes Problem in der Region. Rumänen, Siebenbürger Sachsen sowie Sinti und Roma grenzen einander aus. Vor allem letztere leben meist in unvorstellbarer Armut. Oft wohnen 15 Menschen zusammen in einer Hütte – ohne Strom, fließendes Wasser oder Toilette.

Den meisten Einwohnern Siebenbürgens mangelt es an fast allem. „Und trotzdem sind sie anderen Leuten gegenüber immer freundlich und hilfsbereit“, berichtet Michael Krätzig.

Kinder brauchen Hilfe

Kinder benötigen die größte Unterstützung. „Es fehlen die einfachsten Dinge“, beschreibt der Dohmaer. „Die meisten Familien haben mehr als fünf Kinder. Essen, Kleidung, ja sogar Betten sind knapp. Von Spielzeug können die Kleinen nur träumen.“ Zudem haben nur die wenigsten von ihnen eine Chance auf gute Ausbildung. Sowohl bauliche, wie auch pädagogische Zustände an den meisten Schulen in Siebenbürgen sind sehr schlecht.

Daher engagiert sich der Verein für den Bau von Kinderheimen, organisiert kreative Freizeitangebote und setzt sich für die Ausbildung der jungen Menschen ein. Eine Lehrwerkstatt für Näherinnen existiert durch diese Hilfe bereits. Jetzt sucht der Verein Spender für ein neues Projekt in Rupea. Dort soll ein Haus für betreutes Wohnen mit einer Lehrwerkstatt für Holz verarbeitende Berufe eingerichtet werden. Neben der Vermittlung von handwerklichen Grundkenntnissen erhalten die Jugendlichen pädagogische Betreuung und werden zur Selbstständigkeit erzogen.

Jede Spende wird gebraucht

Für die Hilfsaktionen ist der Verein auf Spenden angewiesen. „Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle werden immer gebraucht“, erklärt Michael Krätzig. Auch Öfen seien nur in den wenigsten Häusern zu finden. Unterstützung erhält Michael Krätzig von Karl Hellwig, der mit dem Verein „Nowero“ direkt vor Ort aktiv ist. In enger Zusammenarbeit verteilen sie Hilfsgüter und organisieren Bauvorhaben. So entstand neben vielen Projekten für die Kinderhilfe unter anderem auch ein Altenheim, die Dorfkirche in Dacia erhielt ein neues Dach.

Mit Transportern befördern die Vereinsmitglieder die Hilfsgüter nach Rumänien, in die Dörfer Siebenbürgens, und geben sie direkt weiter an Krankenhäuser und Einrichtungen vor Ort. „Um die Hilfstransporte zu finanzieren, sind wir besonders auf auch Geldspenden angewiesen“, so Krätzig. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, und Verwaltungskosten fallen kaum an, sodass „jede Spende zu hundert Prozent an die Bedürftigen weiter gegeben“ werden kann.

Wer den Verein tatkräftig unterstützen möchte, kann sich direkt an Michael Krätzig wenden.
Kontakt: 03501/784319