DE 2013 11 05 Pirnaer Rundschau 1

 

wp2012 1Lachende Kinderaugen

Es hat eine kleine Weile gedauert, alles zu verarbeiten, was Danilo Gutsch und ich in dieser einen Woche vor Weihnachten erlebten, als wir in Siebenbürgen Ihre liebevoll gepackten Weihnachtspakete an arme Kinder und Familien verteilen.

Das Abenteuer begann direkt nach der ungarischen Grenze in Rumänien. Hauptstraßen, die wir von unserer letzten Fahrt Anfang November als sehr gut kannten, hatten sich plötzlich in Löcherpisten verwandelt. 

Wir trafen einige mit kaputten Rädern und waren froh, in Ungarn übernachtet zu haben. Endlich im Vereinshaus Dacia angekommen, wartete dann die nächste Überraschung auf uns. Die Mitarbeiter unseres rumänischen Partnervereins hatten den Geschenke-LKW einen Tag zuvor entladen und somit war unsere Küche zu zwei Drittel bis unter die Decke voll mit Geschenken. Ein schöner Anblick! Aber auch die Angst nicht alles zu schaffen kam in uns hoch. Glücklicherweise hatten Tina, unsere Sozialarbeiterin des Behindertenprojektes und Karl, Vorsitzender des rumänischen Vereins Nowero alles perfekt vorbereitet. Es gab Listen mit Namen, Personenanzahl und Wünschen. Alles passte sehr gut.

Sogar das Wetter spielte mit. Vor unserer Ankunft herrschten noch mehr als 20° minus, was die Nebenstraßen zu Eisbahnen machte. Wir sortierten alle Pakete noch einmal und los ging es.

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Alle helfen beim beladen in Pirna.

Wir besuchten mit unseren musizierenden Weihnachtsmannwackelmützen 2 Kinderheime, mehrere Kindergärten, Schulen und unheimlich viele private Familien. Insgesamt waren es 10 Dörfer, die wir so erreichten und Freude verbreiteten. Oft wurden uns dabei so unglaubliche Geschichten erzählt, wie die, dass Menschen in einigen Dörfern seit 4 Monaten keine Sozialhilfe oder Kindergeld erhalten haben. Die Not kann man mit Worten nicht beschreiben. Ich muss mich immer daran erinnern, dass wir uns noch in Europa befinden. Viele Menschen bedankten sich fast unterwürfig und es war uns auch manchmal peinlich, doch wir hörten immer wieder die Worte „Wenn ihr nicht gekommen wärt, hätten wir nicht gewusst, was wir Weihnachten essen sollen". Es bewegte uns sehr, denn wir trafen auch Kranke, die nicht versorgt wurden, weil sie kein Geld hatten. Für uns unvorstellbar. Bestätigt wurde dies durch unseren Besuch im Krankenhaus. Wir hatten einige Pakete für Neugeborene und mir kam die Idee, diese der Entbindungsstation im Repser Krankenhaus zu übergeben. Die Oberschwester empfing uns freudig und fragte, ob wir zufällig auch Windeln dabei hätten, da sie keine habe. Ich konnte es nicht fassen und beschloss welche zu kaufen. Durch Mangelwirtschaft und fehlende finanzielle Mittel sind es immer wieder die Ärmsten, die so kaum überleben. Umso mehr freuten wir uns mit jedem Päckchen mit, welches wir verteilten. Die Empfänge waren oft so herzlich, dass uns noch das Letzte angeboten wurde. Die Freude war so riesengroß…ich kann es mit Worten nicht beschreiben.

Die Woche verging wie im Flug und wir kamen am Abend des 23.12.2012 glücklich wieder zu Hause an.

Der Dank der Menschen, den wir hiermit übermitteln geht an SIE, die die uns und unsere Projekte immer wieder unterstützen. Denn wir verteilen ja nur. Wir waren schon im Vorfeld begeistert und erstaunt über den großen Zuspruch der Aktion und über die 884 Pakete. DANKE!

Wir wünschen allen fürs neue Jahr viel Gesundheit und Erfolg.

Michael Krätzig

Vorstandsvorsitzender Europas Kinder Pirna e.V.