Liebe Spender,

es ist zwar schon ein paar Wochen her als Danilo, der Weihnachtsengel, und ich als Weihnachtsmann in Siebenbürgen viele Kinder- und Familienherzen höher schlagen ließen, doch das was wir bei dieser Abenteuerreise erlebten ist aktueller denn je.

Die riesige Menge von 985 liebevoll eingepackten Paketen und jede Menge Winterschuhe und warme Jacken, stellten uns vor eine logistische Herausforderung, hier und auch in Rumänien. Viele Pakete waren so schwer, dass man nur eins tragen konnte. Zum Transport konnten wir einen halben Lkw chartern und fuhren dann noch mit unserem Sprinter und Anhänger hinterher. Auf Grund von Motorproblemen kamen wir nur langsam voran. Nach erfolgter Reparatur in einer Mercedes Fachwerkstatt in Arad/Rumänien mussten wir für drei Stunden Arbeit 245,00 € zahlen und stellten fest, dass unser Sprinter nun schlechter ging als vorher. So schlichen wir mit unserem 6,6 to Geschoss mit 20 km/h im ersten Gang Rumäniens Berge hoch – glücklicherweise nachts bis in die Morgenstunden.

Wie auch im letzten Jahr, war der gecharterte Lkw durch unsere rumänischen Freunde bereits entladen worden und die Küche im Sonnenhaus bis unter die Decke mit Geschenken gefüllt. Ein schöner Anblick! Sofort begannen wir, die Pakete nach Alter und Geschlecht zu sortieren und zu verladen.

Der Fakt, dass ich fast immer als Weihnachtsmann verkleidet war, steigerte den Spaßfaktor für alle immens und verschaffte mir die Möglichkeit als scheinbar unerkanntes Wesen in viele Menschen und ihr Leben einzutauchen, ohne Scham oder Zurückhaltung.

So erfuhren wir noch mehr von Problemen, Armut und Ängsten der Menschen und konnten vieles auch nicht fassen. Wir besuchten viele private arme Familien, Kinderheime, Kindergärten und ein Krankenhaus und kamen immer auf einen Nenner. Man kann es keinem verübeln, der von dort weg will. Es kann nur besser werden. Dabei ist es egal wo, im privaten Bereich, in Kindereinrichtungen oder im Krankenhaus, es hängt oft an banalen, primitiven Dingen, warum vieles nicht funktioniert. Fakt ist aber, das immer die Kleinsten und Ärmsten am schlimmsten dran sind. Dazu kommt noch, dass nur die Preise steigen. Sozialleistungen und Löhne werden eher zurückgefahren, sofern man überhaupt in den Genuss kommt, diese zu erhalten. Wir denken immer noch täglich daran, auch wie froh wir waren, bald wieder nach Hause fahren zu können. Trotzdem wurden wir von vielen wieder eingeladen, um das bisschen was da war, mit ihnen zu teilen und wir waren immer sehr gerührt, oft auch peinlich berührt.

Glücklicherweise waren die meisten Pakete prall gefüllt, auch mit Lebensmitteln, um allen ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.

Überwältigend beeindruckt waren wir auch diesmal wieder vom Kinderheim der Scheytt-Stiftung in Ghimbav/Weidenbach. Die Kinder wohnen hier in Familiengruppen und das Team um Maja Scheytt, eine Powerfrau mit 77, kümmert sich bestens und sehr liebevoll um die Kinder und deren Belange. Fast nebenbei versorgt sie noch ein Armenviertel in der Nähe. Wir waren und sind immer wieder begeistert und wollen dieses Kinderheim zukünftig, mit Ihrer/Eurer Hilfe, weiterhin unterstützen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Spendern in Nah und Fern recht herzlich bedanken und wünsche Allen Gesundheit für 2014.

Ohne Ihre/Eure Unterstützung könnten wir keinem helfen!

Beste Grüße!

Michael Krätzig